Postkarten aus aller Welt
Sie haben Post!
Diesmal jedoch keine schnellvergängliche E-Mail, die nach dem Lesen herzlos in den elektronischen Papierkorb wandert. Nein diesmal ist richtige, echte Post zum Anfassen gemeint: Postkarten aus Papier.
Postkarten bzw. Ansichtskarten gehörten früher zu festen Bestandteil eines jeden Urlaubs. Die Lieben zu hause sollten schließlich wissen, wo man sich gerade auf dem Erdball herumtreibt. Und mit den schönen Fotos, die natürlich immer nur die schönsten Ecken des Urlaubsgebietes zeigten, wollte man die Daheimgebliebenen immer auch ein wenig neidisch machen.
Mit Internet, E-Mail und Videokonferenz ist die Postkarte hauptsächlich aufgrund ihrer extrem langen Zustellzeit ein bisschen in Vergessenheit geraten. Was die Informationsgeschwindigkeit angeht, völlig zu recht. Was das Erlebnis angeht, vielleicht ein wenig übereilt, denn viele Postkarten sind kleine fotografische Kunstwerke und eignen sich deshalb auch zum Sammeln. Und wer würde sich nicht über eine Foto-Postkarte aus Neuseeland oder von Hawaii freuen und sich diese an die Wand hängen?
Doch wie bekommt man solche schönen Postkarten aus aller Welt, wenn man niemanden kennt, der dort hinfährt und einem von dort schreibt?
Dafür gibt es den Service postcrossing. Dort treffen sich Postkartenfans aus aller Welt zum Tausch der begehrten Objekte. Einfach registrieren und seine eigene Postanschrift hinterlegen. Der Server von postcrossing ermittelt dann fünf zufällige Adressen von anderen Teilnehmern, die quer über den kompletten Globus verteilt sind. An diese fünf Adressen schickt man dann jeweils eine schöne Postkarte aus seiner Heimat.
Die Postkarten müssen mit einem speziellem Code versehen werden, die der Empfänger nach Erhalt der Karte wieder bei postcrossing einbuchen muß. Pro eingebuchtem Code gibt postcrossing dann die eigene Postadresse an einen anderen Teilnehmer heraus und man erhält selbst eine Postkarte von irgendwoher, die wiederum einen Code enthält, den man eingeben muß und für den man eine neue Adresse erhält. So schließt sich der Kreis.
Aus welchem Teil der Erde die Karten kommen, die einem den Briefkasten füllen, ist rein zufällig und macht die Sache um so spannender. Mit etwas Glück bekommt man vielleicht eine Postkarte aus Südafrika, frisch von der Fußball-Weltmeisterschaft.
Der Service von postcrossing ansich ist gratis. Kosten entstehen nur durch das Porto für die Postkarten, die man selbst verschickt.
Einen negativen Punkt sollte man allerdings beachten. Man streut seine Postanschrift völlig wahllos über den kompletten Erdball. Mit Datenschutz hat das wenig zu tun. Ob man so allerdings eine SPAM-Flut wie bei einer bekanntgewordenen E-Mail-Adresse auslöst, darf ernsthaft bezweifelt werden. Der Aufwand ist selbst den Millionengewinn-Versprechern aus Asien oder Afrika zu hoch.
In Deutschland machen schon rund 12.000 Teilnehmer bei postcrossing mit. Mehr als 4 Mio. Postkarten wurden bereits auf die Reise geschickt. Und es werden täglich mehr.
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Das ist eine tolle Idee, erinnert ein wenig an Kettenbrief und Flaschenpost. Ich schreibe immer Postkarten aus dem Urlaub und es sind immer so viele, dass ich am Ende bald dafür mehr Geld ausgebe, als in ein Souvenir für mich selbst. Denn ich will ja auch keine 08/15 Karten verschicken, sondern kunstvolle, die natürlich den Daheimgebliebenen auch richtig neidisch machen. Wofür macht man das schließlich auch sonst??? 😉
Ich glaube nicht, dass Postkarten und Briefe aussterben werden, zumindest in den nächsten 20 Jahren nicht. Dafür ist es einfach zu toll und auch zu wichtig!
Ja echte Postkarten aus Papier sind schon etwas Besonderes geworden, gerade weil man diese mittlerweile nur noch selten verschickt. Ganz aussterben werden diese wohl nicht.